Liebe Mitglieder und Unterstützer,

 

nachfolgend der Bericht meiner Nepal Reise im November 2025. Dieser ist wegen der Fülle der Themen etwas umfangreicher, zudem sind diesmal Fotos dabei.

Vorab: Die Reise verlief weitgehend problemfrei. Leider gab es jedoch diesmal eine große Verspätung meines Flugs Istanbul-KTM und bei der Immigration in KTM am 6.11. ein Problem mit dem Visum.

Am Rückflugtag, Samstag 15.11., kam ich überpünktlich am späten Abend wieder in Frankfurt an.

Bevor ich zu unseren Themen und Projekten komme, will ich folgende Punkte anschneiden:

 

Politische Situation.

Man merkt kaum, dass im September diese schrecklichen Unruhen waren mit vielen Toten und Verwüstungen von Gebäuden. Es ist aber eine etwas trügerische Ruhe, denn wer war wirklich verantwortlich für diese brutalen Attacken und Abfackeln von Gebäuden und Autos?

Ich bin nicht der Einzige, der glaubt, dass hier gezielt Profis am Werk waren, um Unruhen zu schüren. Wir werden hoffentlich zeitnah erfahren was los war und ich hoffe auch, dass im März 2025 die Neuwahlen stattfinden können.

 

Transformation zur Elektromobilität.

Wenn man in der Stadt unterwegs ist sieht man, dass es eine enorme Zunahme von Elektrofahrzeugen gegeben hat. Der Presse ist zu entnehmen, dass im letzten Jahr 76 % der neu gekauften Autos elektrisch waren. Diese enorme Zunahme von Elektromobilität ruft gleichzeitig auch kritische Fragen auf. In einem Presseartikel wird erwähnt, dass Nepal als Testmarkt benutzt wird und die Zunahme der Unfälle und Todesfälle mit Elektrofahrzeugen Probleme bereiten. Auf den Punkt gebracht, es gibt keine Kontrolle was hier eingeführt wird; es gibt halt in Nepal kein „Kraftfahrtbundesamt“.

Die positive Seite: Nepal mit einem jährlichen Budget von 1,8 Trillionen NPR gibt ungefähr 290 Billionen aus, um Patrol, Diesel, Gas und Air Fuel in Indien zu kaufen. Nunmehr ist der Import dieser Energieträger deutlich rückläufig, da die Nutzer in Richtung Elektrofahrzeugen gehen.

 

Allgemeine Elektroenergieversorgung.

Die Zeiten sind längst vorbei, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, es gab früher täglich 12 Stunden Stromausfall und mehr. Jetzt habe ich dank Hydropower (Wasserkraftwerke) keinen einzigen Stromausfall erlebt.

Allerdings beklagt sich Sr. Tessa von der St. Alphonsa´s School in Simra im Terai über Stromausfälle und, dass der 25 kW Notstrom – Generator nicht ausreichen würde. Hier sind wir dabei das untersuchen zu lassen, ob das ein individuelles Problem ist oder dies generell mit der Stromversorgung im Terai zu tun hat.

Es kommt auch ein Problembereich mit Wasserkraftwerken in der Diskussion hoch, von dem ich vor Jahren als Gasthörer im Süd Asien Institut an der Uni Heidelberg erstmalig gehört habe. Über diese Information war ich damals schon etwas erschrocken.

Es wird zwischenzeitlich prognostiziert und davor gewarnt, dass die Tiefebene Terai mehr Überflutungen und Hitzewellen zu erwarten hat, während die Bergregionen Extremwetter, Gletscher -und Schneeschmelze sowie die Gefahr der Gletscherseeausbrüche hat und dieses Risiko durch Erdbeben noch verstärkt werden kann. Die Überschrift eines Artikels drückt es aus. Hydropower of thin Ice.

Man sollte wissen, das 456 MW Upper- Tamakoshi- Hydropower- Project hat bis es 2021 in Betrieb ging 450 Millionen USD gekostet. Eine Zerstörung durch einen Gletscherseeausbruch wäre ein Desaster, nicht nur für die Menschen und Natur, auch finanziell. Ich kann nur sagen, hoffentlich ist man sich der Risiken bewusst und setzt nicht allein nur auf Wasserkraft, sondern auch auf Solar und Wind.

Hinweis: Für die Richtigkeit vorstehender Informationen und Zahlen übernehme ich keine Gewähr.

 

Genug dieser technischen Informationen, nun zum Ablauf der Reise mit den erwähnenswerten Punkten und Themen.

 

Am Ankunftstag, 6.11., hatte ein erstes Gespräch mit Sr. Rosna und den zukünftigen Bachelor Studentinnen Khushi, Rasmita, Minmaya und Deepa Sen. Danach waren wir, „traditionsgemäß“ mit einigen Freunden verabredet im Dhokaima Cafe`(liegt am Patan-Dhoka Tor zur Altstadt von Patan).

Für Freitag, 7.11., nachmittags hatte ich noch kurzfristig eine Einladung für einen Empfang in der Deutschen Botschaft erhalten. Anlass war der Tag der Deutschen Einheit. Das war ein entspannter Tag mit vielen Gesprächen und Kontakten

Godawari, Karuna Bhawan am 8.11.25

In der Unterkunft für HIV positive Kinder und Frauen wurde ich wieder freudig begrüßt. Ziel war es, den durch unsere finanzielle Unterstützung wiederhergestellten Gemüsegarten zu zeigen. Erfreulich ist, dass nachdem der Garten wieder seine Früchte trägt, zwischenzeitlich rund 1.000 Kilo Tomaten, je 50 kg Okraschoten und Blumenkohl, sowie auch Pumpkin, Beans und String Beens verkauft werden konnten. Hinzu kommt natürlich auch ein hoher Anteil an Eigenverbrauch. Danach ging es weiter zum Kinderhaus.

 

 

Godawari,Kinderhaus

Begrüßt wurde ich von den 18 Mädchen, die noch im Haus wohnen. Davon ist ein Neuzugang, Anisha Bhujel. Sie geht in die Klasse fünf und ist die jüngere Schwester von Minmaya und Manmaya. Sie ging vorher in eine lokale Government Schule. Anisha hat in Englisch einen großen Nachholbedarf. Zwei Mädchen, die in die elfte Klasse gehen, gehören nicht zu unserem Kreis. Sie gehen in die St. Xavier School und Familienangehörige bezahlen die Unterbringungskosten. Sr. Deepa wird, bis auf ganz große Ausnahmen, keine neuen Mädchen mehr aufnehmen, da die Auflagen der Behörden nicht umsetzbar sind. Es stellt sich insofern immer wieder die Frage, inwieweit das Haus/Grundstück verkauft werden kann. Nach bisherigen Sondierungen ist das derzeit nicht möglich.

 

 

 

Mit den vier Mädchen, die mit guten Noten die Klasse zwölf bestanden haben, Kushi, Minmaya, Deepa und Rasmita wurden nochmals Details wegen ihrem Sponsorship Agreement besprochen. Für Minmaya, Rasmita und Deepa Sen sind Zahlungen für das erste Semester bereits erfolgt.

Für Kushi muss noch eine Übergangslösung für den Geldtransfer gefunden werden. Aufgrund der familiären Vorgeschichte (Informationen über Vater und Mutter liegen nicht vor) kann sie im Moment keinen „Personalausweis“ beantragen und damit auch keine Kontoeröffnung vornehmen. Wir gehen davon aus, dass kurzfristig eine Lösung gefunden werden kann.

Für die vier Mädchen benötigen wir dringend ihre finanzielle Unterstützung.

Die durchschnittl. Jahreskosten für das 4-jährige Studium belaufen sich auf 4.500 EUR pro Studentin und somit auf 18.000 EUR jährlich.

Bei Geldzuweisungen bitten wir um den Vermerk “Sponsoring Students“.

Von links: Rasmita, Kushi, Minmaya, Deepa Sen

Für die anderen in der Schule befindlichen Mädchen, werden wir den jeweiligen Sponsoren einen kurzen Bericht mit Foto zukommen lassen. Zum Teil haben einige außergewöhnlich gute Noten. Sarita Tamang hatte in der elften Klasse 97 %! Sie will ebenfalls Medizin studieren wie Sarita Ghale, die in Cebu erfolgreich Medizin studiert. Aber wir haben auch ein Sorgenkind, Surakhsa, um das man sich kümmern muss und eine Lösung für die Zukunft finden muss.

 

Don Bosco, Ausbildungsinstitut in Thecho am 9.11.25

Dort läuft seit 2011 sehr erfolgreich das Programm Tailoring and Beautician sowie das neu aufgenommene Programm Agriculture. Ich war bei meinem Besuch am 9.11. zu einer Welcome Veranstaltung eingeladen, mit der Bitte Training Kits an die Teilnehmer zu übergeben. Später in einem Rundgang draußen wurden mir die Lehrgangsinhalte des Agriculture Lehrgangs erläutert. Ein Baustein des Lehrgangs, der sich an junge Personen, die in der lokalen Landwirtschaft arbeiten, ist, die Herstellung von Fertilizer (Naturdünger). Ich hatte den Eindruck gewonnen, dass die Männer und Frauen, die den Lehrgang besuchten, sehr zufrieden mit dieser Ausbildung waren.

Ich habe Father Stephen gebeten, uns einen ausführlichen Request mit detaillierten Erläuterungen zu schicken, da dieses Programm für die in der lokalen Landwirtschaft tätigen Menschen, einen positiven Effekt für bessere landwirtschaftliche Techniken bringt.

 

   

     

 

 

Neues Schulprojekt von Don Bosco in Chhinchu bei Surkhet am 12.11.25

Surkhet liegt eine Flugstunde weg Richtung Westen. Das Tagesprogramm am Mittwoch,12.11., war so geplant, dass ich mit der Spät-Nachmittags-Maschine wieder zurück nach Kathmandu komme. Not -Gepäck für eine Übernachtung hatte ich aber dabei. Trotz einer Stunde Verspätung hat dann doch alles geklappt. Der Ärger über die Verspätung war schnell weg, weil ich eine Stunde auf 5.500 m Höhe einen traumhaften Blick auf die schneebedeckte Himalaya Welt hatte. Ich wurde am kleinen Airport von Father Augusty, der von Thecho hierher versetzt wurde um eine Schule aufzubauen, abgeholt. Mit ihm in Chhinchu ist noch Father Anil Georg; ihre Aufgabe ist, eine Schule aufzubauen. Eine junge Lehrerin, die die Nursery class betreut, war bis zur Klasse 12 in der Don Bosco Schule in Lubhu im KTM Tal. Das Programm was mich erwartete, war neben einer Vorführung der Kinder, die Einweihung des neuen „Eicher“ Schulbusses.

Die Fa. Eicher gehört zur Volvo Gruppe. Das Center ist in einem gemieteten Haus untergebracht. Außerdem wird von den Patres auch ein Tution Programm (Nachhilfe Programm von Nursery bis zur Klasse zehn) an drei verschiedenen Standorten mit derzeit insgesamt 120 Schülern durchgeführt. Sie gaben mir die Information, dass die Don Bosco Patres hier sehr willkommen sind und auch vom lokalen Bürgermeister unterstützt werden.

Mit einem positiven Eindruck bin ich nachmittags wieder zurückgeflogen.

 

 

 

 

St.Alphonsa’s School in Simara

Am Montag, 10. November war der kurze Flug nach Simara angesagt.

Ich wurde von Sr. Tessa am Flughafen mit dem uralten Bolero abgeholt. Dieses Fahrzeug muss in naher Zukunft ersetzt werden bevor es auseinanderfällt. Nach einer kurzen Fahrt waren wir in der Schule. Im Konvent der Schwestern gab es ein kleines Frühstück und dann ging es weiter in die ca.25 km entfernte Grenzstadt Birgunj, zum von den Schwestern geleitenden HIV Center.

 

HIV Center Nepal Aradhana Samaj.

Ich wurde dort von den leitenden Personen dieses Crisis Care Centers empfangen. Der verantwortliche Mediziner, Dr. Manot Kumar Gupta, erläuterte mir die Situation und die Maßnahmen, die hier im Haus gemacht werden können. Für eine Kurzzeitbelegung gibt es vier Betten. Bei größeren Problemen steht das Government Hospital zur Verfügung. Es werden derzeit mehr als 700 Erwachsene und 30 Kinder betreut. Die Kinder gehen alle in die Schule und es würde keine Diskriminierung geben! Es gab auch hier Welcome Programm mit der Verteilung von Nutrition Paketen für die Kinder. Es war für mich sehr berührend, aber auch sehr informativ.

Für den Kinderbereich gaben wir eine Dreijahres-Zusage mit insgesamt 23.823 EUR, ID8157.

Für weitere Informationen haben wir eine Präsentation der E-Mail beigefügt.

   

 

Nach Rückkehr aus Birgunj besichtigte ich in Simara kurz noch die Pre School und einige Bereiche im Hauptgebäude der St.Alphonsa`School. In der 3. Etage der Pre School haben in zwei Klassenzimmer Schüler der Klasse 11 und 12 Unterricht in Sonder- Fächern.

Derzeit ist man dabei, das Hauptgebäude zum Torbereich zu vergrößern. Die wegen Erdbebenschutz aufwändige Fundamentierung ist gemacht. In diesem neuen Gebäude -Teil soll die Verwaltung und auch weitere Klassenräume untergebracht werden. Eine ehemalige Schülerin mit gutem Klasse 12- Abschluss ist derzeit im NSST- Azubi- Programm für Deutschland, sie will im IT-Bereich eine Ausbildung machen.

Wie bereits erwähnt, beklagt Sr. Tessa Stromausfälle und, dass manchmal der 25 KW Generator die Ausfälle nicht auffangen kann. Unser Elektromeister Suresh wurde beauftragt zu analysieren, was das Problem ist.

 

 

 NSST-Nepal Secretariat of Skills and Training im Balmandir Komplex in Kathmandu

Bei meinem Besuch am 11.11.25 ging es um ein Update und Optimierung der Zusammenarbeit sowie die Abstimmung über gemeinsame Kontakte sowie weitere Azubis in unserer Region.

 

Impressionen vom Durbar Square, Patan.

 

 

 

Zum Stichtag 26.11.2025 konnten wir ein Gesamtspendenaufkommen in Höhe von 60.288 EUR verbuchen. Den Unterstützern hierfür ein herzliches Dankeschön.

Gegenüber dem gleichen Zeitraum zum Stichtag 26.11.2024 mit 119.322 EUR, haben wir leider einen massiven Rückgang zu verbuchen. Nur mit weiteren Spendeneingängen werden wir eine Basis haben, alle unsere geplanten Projekte durchführen zu können.

Für Rückfragen stehen Ihnen gerne Herr Patrick Schröder unter Tel. 0170 565 2961 oder Herr Manfred Brenneisen unter Tel. 0160 908 96612 zur Verfügung.

 

Ihr Manfred Brenneisen