Liebe Vereinsmitglieder,
Liebe Unterstützer unseres Vereins,
sicherlich haben Sie in den letzten beiden Wochen die schrecklichen Nachrichten aus Nepal vernommen.
Diese alles vernichtende Wucht dieser Sturzflut, stellt alle Katastrophen dieses armen Landes in den Schatten.
Und Nepal hat schon fünf große Katastrophen die letzten Jahrzehnte ertragen müssen, zur Erinnerung:
- Bürgerkrieg 1996-2006. 13.000 Tote. Juni 2001 Massaker an der Königsfamilie mutmaßlich durch den Kronprinzen Dipendra.
- Erdbeben 2015. Verursachte schlimme Schäden. Betroffen waren rund 8 Mio. Nepalesen mit ca. 9.000 Toten und erheblichen Zerstörungen von Gebäuden, Kulturdenkmälern und Infrastruktur.
- Grenzblockade durch Indien 2015. Kurz nach dem Erdbeben gab es eine siebenmonatige Grenzschließung durch Indien. Zweifelhafte Begründung der indischen Regierung. Letztendlich ging es darum politischen Druck auszuüben. Sehr wenig ist darüber in der Weltöffentlichkeit berichtet worden. Der wirtschaftliche Schaden dieser Grenzblockade war nach Meinung von Ökonomen größer als der des Erdbebens. Man muss wissen 90% des Güterverkehrs kommt über LKWs von Indien.
- Covid-19 Pandemie 2020-2022. Die medizinische Infrastruktur war kurz vor dem Kollaps. Die wirtschaftlichen Nachwirkungen sind noch da.
- Auswirkungen des Ukraine Kriegs. Die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen treffen mit aller Wucht Länder wie Nepal. Enormer Anstieg der Lebensmittelpreise, explodierende Gas und Treibstoffpreise und je länger der Krieg dauert, umso mehr trifft es die Ärmsten der Armen bis hin zur Windschicht. Staatliche Unterstützung null.
Und jetzt diese Sturzflut-Katastrophe.
Man wird sich nichts vormachen können, bei dieser brutalen Flash Flood- letztendlich Auswirkungen der Klimakrise – wird man von den vielen tausenden noch Vermissten nur noch wenige unbeschadet finden können.
Das, was sich hier abgespielt hat, übersteigt eine normale Vorstellungskraft. Hoch oben im Himalaya am Morgen des 26. August hat wohl durch einen massiven Gletscher- und Felsabsturz die Katastrophe begonnen. Es gab sogar eine kleinere Erdbebenwarnung. Mit ungeheurer Kraft hat sich eine gewaltige Menge an Gemisch von Wasser, Geröll und Steinen mit ungeheuerer Dynamik in Bewegung gesetzt. Eine breite Spur der Vernichtung zerstörte ganze Dörfer, Schulen, Brücken und Straßen.
Noch am unteren Lauf des Trishuli in Chitwan wurden Leichen und Leichenteile geborgen. Eine Identifizierung wird nur über DNA Analysen erfolgen können.
Mit zwei tragischen Beispielen müssen wir berichten, in welcher Form wir indirekt betroffen sind.
Von unseren ehemaligen Kinderhaus-Mädchen, Priya G., die vor Jahren schon ihren Bachelorabschluss gemacht hat ,wird der leibliche Vater vermisst. Ich hatte letzte Woche mit ihr telefoniert, sie kam aus dem Ausland nach Kathmandu für eine Begräbniszeremonie für ihren Vater. Sie hatte bei uns noch ein Unterstützungsdarlehen, was sie immer pünktlich bedient hat. Den Rest in Höhe von 1800 EUR haben wir ihr jetzt erlassen.
Vielen von Ihnen wird der Name „unserer“ Medizinstudentin, Sarite G., jetzt im 8. Semester, bekannt sein (ebenfalls ehemaliges Kinderhaus Mädchen, nicht verwandt mit Priya).
Mit uns abgestimmt war sie im Juli/August in den Semesterferien in Nepal und auch in ihrem Dorf. In einem Ausschnitt aus ihrer WhatsApp Nachricht vom Do.27.08. können sie nachfolgend lesen:
Hello uncle,
Sad news update again
My hometown, Rasuwa, got hit by a glacial lake outburst flood yesterday at 8.53 AM NST and now nothing remains My parents and siblings thankfully were in kathmandu for hospital visits so they didn’t get caught in it My near relatives, cousins, uncles, aunts and many more, got swept away and are not in contact Situation looks like none of them survived My relatives have reached the deathcount of more than 20 till now Still more missing news is coming out Our old home got swept away
I’m very lucky because i was at the exact location of disaster during my holiday in Nepal Nepal is going through a tough time now and my village is mourning more than half of the population’s loss (My father’s side hometown is safe though, disaster is on my mother’s hometown)
42 kilometers of highway road is gone, there is no solid footing for even rescue helicopters to land
I heard that priya ghale didi’s dad was also in it and is now out of contact
We are now praying and hoping for some miracle.
……
Man kann sagen, sie hat einen großartigen Schutzengel gehabt.
Die Frage ist ,die sie uns vermutlich stellen. Was können wir tun?
Im Gegensatz zu unseren Maßnahmen während des Erdbebens 2015, wo wir direkt Hilfen organisieren konnten, können wir hier direkt nichts tun und wir kommen noch gar nicht hin in die Region. Gott sei Dank sind unsere laufenden Projekte auch nicht direkt betroffen von dieser Naturkatastrophe. Aber untätig wollen wir natürlich auch nicht sein. Und unser Fokus liegt auch hier wieder auf den notleidenden Kinder Nepals.
Wir werden unser „ Modell“ fahren, was wir 2022 während der Corona Pandemie gehandhabt haben. Dort haben wir eine enge und vertrauensvolle Kooperation für direkte Maßnahmen von und mit Caritas Nepal vereinbart und das hat damals hervorragend geklappt. Wir konnten für COVID Maßnahmen insgesamt 100.000 EUR überweisen, davon allein für Caritas Nepal 85.000 EUR. Diese Summen werden wir sicherlich und können wir vermutlich noch nicht einmal annähernd erreichen. Im Moment planen wir in einem ersten Schritt ein Budget von 15.000 EUR.
Letzten Donnerstag hatten wir eine Videokonferenz mit Caritas Nepal, die uns gebeten haben, ein Projekt zu unterstützen, bei dem es um Kinder geht, die durch die Flutkatastrophe zu Waisen oder Halbwaisen geworden sind. Caritas Nepal wird sich um die Versorgung der Grundbedürfnisse dieser Kinder wie Unterkunft, Nahrung, Kleidung sowie medizinische und soziale Versorgung der Kinder kümmern. Caritas Nepal spricht von fast 1.000 Waisenkinder, die zu versorgen sind. Viele dieser Waisen oder Halbwaisen brauchen dringend Unterstützung. Und selbst wenn Familien oder Angehörige die Katastrophe überlebt haben sollten, ist klar, dass diese ebenfalls mittellos sind.
Bitte helfen Sie uns durch Ihre finanzielle Unterstützung !
Zuwendungen bitte mit dem Vermerk : Flash Flood, ID8159
Konto: Future for Nepal’s Children e.V.
IBAN: DE31 6704 0031 0661 8771 00
Für Rückfragen steht Ihnen Herr Patrick Schröder Mobil +49 170 5652961 und Manfred Brenneisen Mobil +49 160 908 966 12 zur Verfügung.
Ihr Patrick Schröder und Manfred Brenneisen