Über Nepal

Eingezwängt zwischen den bevölkerungsreichen Mächten China und Indien liegt Nepal als länglicher Streifen von Ost nach West zwischen der Ganges Tiefebene im Süden und der Himalaya-Region im Norden.

Nepal kann in drei geographische Regionen aufgeteilt werden: Die Hochgebirgsregion, die Hügel- und Bergregion (Mittelgebirge zwischen 400 – 3.000 m) und die tiefgelegenen Ebenen, bekannt als das Terai. Die Hochgebirgsregion des Himalayas umfasst die 13 höchsten Berge der Welt, einschließlich des Mount Everest. Das Klima reicht in den bewohnten Gebieten je nach Jahreszeit von subtropisch bis zum Gefrierpunkt. Die Amtssprache ist Nepali, obgleich es über 60 unterschiedliche ethnische Gruppen und Rassen mit etwa 50 verschiedenen Sprachen gibt. Englisch ist in den Städten und Amtsstuben die Zweitsprache und wird von den gebildeten Bevölkerungsschichten gesprochen.

In Nepal leben zurzeit etwa 30 Millionen Menschen, die den verschiedensten Bevölkerungsgruppen angehören. Topographisch bedingt, sind die fruchtbaren Täler und Ebenen wesentlich dichter besiedelt als die Gebirgsregionen des Himalaya. In der multikulturellen Hauptstadt Kathmandu und seinem Ballungsraum leben allein ca. 2-3 Millionen Menschen.

Noch immer ist knapp die Hälfte aller Nepali Analphabeten und insbesondere in den ländlichen Gegenden dominiert das brahmanische Kastensystem, dass das gesellschaftliche Zusammenleben prägt und bestimmt wer quasi von Geburt an hiervon ausgeschlossen wird.

Die Religionen leben in friedlicher Koexistenz neben einander.  Überwiegend sind die 80% Hindus, denen lediglich 15% Buddhisten (sowie jeweils etwa 2% Moslems und Christen) gegenüberstehen. Obwohl Nepal ein hinduistisches Königsreich war, prägt der Buddhismus stark das religiöse Leben der Menschen.

Die offizielle Landessprache ist Nepali. Als zweite Amtssprache ist Englisch jedoch sehr weit verbreitet und wird fast überall verstanden und gesprochen. So beginnen die Kinder in der Vorschule schon mit ersten Einführungen in die englische Sprache.

Fast 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs durchläuft Nepal immer noch einen politischen Wandlungsprozess. Regierung und Gesellschaft stehen noch immer vor der Herausforderung, den Friedensprozess zu vollenden und das Land politisch zu einen und stabilisieren sowie die Korruption einzudämmen.

Von 1996 bis 2006 kämpften maoistische Rebellen gegen Staat und König; dabei starben mehr als 13.000 Menschen. Ein Friedensabkommen beendete 2006 den Krieg, 2008 wurde die Hindu-Monarchie abgeschafft und die Demokratische Bundesrepublik Nepal ausgerufen. Die folgenden Jahre waren von politischer Instabilität und häufigen Regierungswechseln geprägt. Immer wieder kam es zu Unruhen, gewaltsamen Protestaktionen und Anschlägen. Ein wichtiger Fortschritt gelang 2013 durch die erfolgreiche Wahl einer verfassunggebenden Versammlung. Sie verabschiedete im September 2015 eine neue Verfassung, die den föderalen Staatsaufbau, die Einführung eines parlamentarischen Zweikammersystems, die Trennung zwischen Staat und Religion sowie das Staatsangehörigkeitsrecht und die Gerichtsbarkeit regelt.

Durch ein schweres Erdbeben und mehrere heftige Nachbeben im April und Mai 2015 wurde Nepals wirtschaftliche und soziale Entwicklung um Jahre zurückgeworfen. Mindestens 35 der 75 Regionen des Landes waren betroffen, darunter auch die Hauptstadt Kathmandu. Mehr als 8.850 Menschen kamen ums Leben, die Zahl der Verletzten wurde auf über 22.000 beziffert. Mehr als 600.000 Häuser und wertvolle Kulturdenkmäler wurden zerstört.

Die Wirtschaft Nepals ist nach wie vor durch die Agrarwirtschaft geprägt. Der größte Teil der rd. 29 Mio. Einwohner leitet draus ihren Lebensunterhalt ab. Das durchschnittliche Jahreseinkommen mit 1.358 € ist mit eines der geringsten in der Welt. Zum Vergleich hatten die Deutschen im Jahr 2024 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 50.776 € (Quelle: www.laenderdaten.info). Rund 7,55% der nepalesischen Gesellschaft leben und arbeiten im Ausland. Der Anteil ihrer Geldtransfers am GDP Nepals macht 26,2% aus (Quelle:  www.data.worldbank.org). Wegen kaum vorhandener flächendeckender Infrastruktur und einem nur mangelhaft funktionierenden staatlichen Unterstützungssystem ist die soziale Grundversorgung in keiner Weise zufriedenstellend. Insbesondere Frauen und Kinder sind die Leidtragenden.

Die politische Landschaft in Nepal wird seither von drei Parteien mit Ihren dauerhaften Machtkämpfen bestimmt. Nepalesische Kongresspartei, die Kommunistische Partei Nepals (UML) und die Kommunistische Partei Nepals (Maoistisches Zentrum) dominieren die Politik des Landes in immerwährend sich ändernden Koalitionen im Mehrparteiensystem des Landes. Derweil versuchen Indien und China ihr politisches und wirtschaftliches Gewicht in die Waagschale zu werfen und die politische und wirtschaftliche Entwicklung mit zu bestimmen. China arbeitet daran, im Rahmen ihrer Seidenstraßeninitiative, weiter an Einfluss zu gewinnen. Aber auch Indien investiert in Infrastrukturprojekte vor allem der Energieversorgung.

Nach heftigen, v.a. von der sog. GenZ getragene Unruhen politischen   am 08/09.09.2025 mit zahlreichen Toten und massiven Zerstörungen trat die Regierung unter Druck der Öffentlichkeit zurück. Diese Unruhen fussen insbesondere als Reaktion auf hohe Jugendarbeitslosigkeit, Unzufriedenheit mit der Regierung und deren korrupten Personal. Seitdem ist unter der früheren Bundesrichterin Karki eine Übergangsregierung im Amt. Zentrale Aufgaben: Organisation von Neuwahlen im Frühjahr 2026 und Aufarbeitung von Korruptionsvorwürfen gegen frühere Amtsträger.

Situation der Kinder in Nepal

Die Situation der nepalesischen Kinder unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der, die in anderen Entwicklungsländern vorzufinden ist. Die Diskriminierung und Ausbeutung von Minderheiten, Angehörige unterer Kasten und Frauen sowie von Kindern ist in Nepal trotz Schutz durch die Verfassung immer noch weit verbreitet.

Nach dem Nepal Child Labour Report 2021 (Quelle: www.ilo.org) arbeiten in Nepal 1,1 Millionen Kinder, damit etwa 15 Prozent, und helfen damit die Familie finanziell über Wasser zu halten. Entweder sie arbeiten in Webereien, Ziegelfabriken, als Haushaltshilfe oder werden von den Eltern in die Städte oder ins Ausland verkauft, wo sie sexuell und wirtschaftlich ausgebeutet werden. In Indien, China oder in den Golfstaaten arbeiten insbesondere die Mädchen recht- und schutzlos in fremden Haushalten oder Bordellen.

Für Mädchen ist es aufgrund der traditionellen Familienhierarchien und das hinduistische Kastensystems besonders schwer, ein chancengleiches Leben zu führen und Bildung zu genießen. Sie leben in einer patriarchalen Gesellschaft, die Frauen Rechte nur zugesteht, wenn Vater oder Ehemann die Erlaubnis dazu geben. Bedingungsloser Gehorsam wird erwartet, Übergriffe sind entsprechend häufig. Diese beschränken sich nicht auf häusliche Gewalt; immer wieder werden Mädchen entführt und im In- oder Ausland zur Prostitution gezwungen. Der Schulbesuch wird, so denn das Schulgeld ausreichend einer Familie zur Verfügung steht, oft nur den Söhnen eingeräumt. Mädchen verlassen oft, nachdem sie 16 Jahre alt geworden sind, die Schule. Wenn sie nicht schon vorher zwangsverheiratet worden sind und die Schule abgebrochen haben. Bildung kann diese Ungerechtigkeiten aufbrechen, ihnen Fähigkeiten, Fertigkeiten und das Selbstvertrauen zu vermitteln, damit sie die Kraft haben, über ihr Leben selbst zu bestimmen und die Gesellschaft zu verändern.

Tourismus

Das kleine Pflänzchen Tourismus hat durch die Instabilität und Streiks immer wieder Probleme, sich zu entwickeln.

Dass Nepal eine überaus interessante Destination für Reisende ist, zeigt sich in der zunehmenden Zahl der Besucher. Ob Trekking in den Bergen, Kultur- und Pilgerreisen oder Naturerlebnisse in den Nationalparks des Südens.

Nepals Regierung sieht den Tourismus als tragende Säule der Volkswirtschaft. So trägt der Tourismus ca. 6,7 % zum BIP des Landes bei und erzielt 2025 voraussichtlich einen Umsatz von 470 Mrd. USD. (Quelle: www.de.statista.com).

Der internationale Tourismus hilft, Naturschutzmaßnahmen und kulturelle Erhaltungsprojekte zu finanzieren. Außerdem schafft er Arbeitsplätze in abgelegenen Gebieten, was Migration und Armut verringert.

Allerdings hat das Land nicht unerhebliche Herausforderungen für ein weiteres Wachstum zu bewältigen. Notwendige Erweiterungen in der Infrastruktur, wie das Straßennetz und die Flughäfen stehen Umweltproblemen und Übernutzung der Natur gegenüber.

Bei all dem ist Nepal auf alle Fälle eine Reise wert.

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